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Aufstellung allein mit Thema

Es wäre schön, wenn man eine Methode hätte, um ein Thema selbst in eine Aufstellung einzubeziehen, ohne dass man dafür jemanden braucht. Dann könnte man sie leichter öfter anwenden. Man entwickelt sich dadurch in vielerlei Hinsicht weiter. Dafür muss ich keine Werbung machen, ich gehe davon aus, dass das bekannt ist. Dabei übt man sich gleichzeitig auch auf feinstofflicher Ebene. Vielleicht hast du daran noch nicht gedacht.

Eine Aufstellung mit einem Thema ohne Begleitung bedeutet, dass du beobachtest, wie du dich dazu verhältst. Das Thema wird hinzugefügt, aber nicht aufgestellt.

Wenn du allein eine Aufstellung mit einem Thema machst, geht es darum, Dynamik hineinzubringen. Du kannst dich natürlich selbst aufstellen und das Thema irgendwo im Raum platzieren, aber dann hast du noch keine Dynamik, keine Bewegung. Bewegung kannst du hineinbringen, indem du die Position, die du einnehmen kannst, wenn du allein bist – das ist deine eigene Position –, auf mehrere Positionen aufteilst.

Im Folgenden gehe ich kurz auf die Aufteilung deiner selbst in Positionen ein, die für Bewegung sorgen können.

Positionen: das Kind, der Elternteil, der Erwachsene, der Weise

Naheliegend ist folgende Einteilung: das Kind in mir, der Elternteil in mir, der Erwachsene in mir, der Weise in mir.

Noch einmal: Die Grundausstattung besteht aus: Zetteln mit diesen vier Begriffen und einem Pfeil, einem Zettel mit dem Thema ohne Pfeil, da dieser nicht aufgestellt, sondern nur beigefügt wird. Vier Steine für die vier Positionen, die aufgestellt werden. Stift und Papier für Notizen in Reichweite. Du legst die vier Positionen, die aufgestellt werden, und das Thema bereit, legst die vier Steine auf die vier aufzustellenden Positionen und beginnst mit der Position des Kindes in dir. Dann der Elternteil in dir, dann der Erwachsene in dir, dann der Weise in dir, dann die nächste Runde von vorne und so machst du weitere Runden. Wenn eine Position sich selbst verschieben möchte, tust du das, dann folgst du dieser Bewegung.

Prozent-Übung mit der Einteilung in Kind, Elternteil, Erwachsener und Weiser

Vorab kannst du auch bei dieser Aufstellung eine Prozent-Übung durchführen. Die Prozent-Übung wird unter der Überschrift ‚Einsicht durch Prozent-Übungen‘ im Abschnitt ‚Feinstoffliche Übungen‘ erklärt. Wenn du das gelesen hast, weißt du wahrscheinlich genug, um die Prozentübung auf die Einteilung Kind in mir, Elternteil in mir, Erwachsener in mir und Weiser in mir anzuwenden. Du kannst bei der Prozentübung auch ein Thema wählen. Themen können Familie, Arbeit, Beziehungen usw. sein. Dann lautet die Frage:

„Zu wie viel Prozent wird (ggf.: in der Familie, bei der Arbeit, in Beziehungen oder wo auch immer du hinschauen möchtest) mein Verhalten vom Kind in mir bestimmt?“

Anschließend beginnst du, den Kreis zu zeichnen, und schaust, wie weit deine Hand gehen will.

Diese Frage stellst du auch für die anderen drei Positionen.

Du kannst die vier Positionen auch auf Zettel schreiben, die Zettel zusammenfalten und durcheinandermischen, sodass du nicht mehr weißt, welche Position auf welchem Zettel steht. Du nimmst dann einen Zettel in die freie Hand und stellst dabei die Frage: „Zu wie viel Prozent wird (ggf.: in der Familie, bei der Arbeit, in Beziehungen oder wo auch immer du hinschauen möchtest) mein Verhalten von der Position bestimmt, die ich gerade in meiner Hand halte?“ Du gestaltest den Teil des Kreises, der gestaltet werden will, und legst den Zettel so hin, dass du später weißt, dass du diesen als ersten genommen hast, den nächsten als zweiten und so weiter. Wenn du alle vier Positionen durch hast, schaust du, welche Position auf welchem Zettel steht, damit du weißt, welche Position derzeit in dir (rund um dein Thema) wie stark bestimmend ist.

Positionen weiblich und männlich

Eine weitere Einteilung der Positionen, die du vornehmen kannst, wenn du ein Thema aufstellst, ist die Unterteilung in männlich und weiblich. Also ein Zettel mit Stein und Pfeil, auf dem ‘männlich‘ steht. Ein Zettel mit Stein und Pfeil, auf dem ‚weiblich‘ steht. Und ein Zettel mit dem Thema darauf. Diese Aufstellung ist weniger bewegungsintensiv als die anderen Aufstellungen, die ich bereits erwähnt habe. Ich bemerkte, dass ich, wenn ich der Einteilung in weiblich und männlich folgte, im Gegensatz zu den zuvor genannten Aufstellungen aktiv Fragen stellen und Vorschläge machen musste, da sie sonst von sich aus dazu neigten, in der Haltung und Situation zu verharren, die sie unmittelbar andeuten. Sie kamen von sich aus nur wenig oder gar nicht in Bewegung. Das konnte ich auffangen, indem ich Fragen stellte, Vorschläge machte und sie aktiv miteinander in Kontakt brachte. So kam eine schöne Bewegung aufeinander zu in Gang, die sich gegenseitig stärkte und unterstützte. Sehr wertvoll. Aber bei der Aufstellung mit dem Thema und diesen beiden Positionen musste ich als Begleiterin selbst eine klare Rolle spielen. Das heißt, ich musste nicht nur jede der beiden Positionen einfühlen, sondern auch meine eigene Begleiterin sein.

Kurze Erläuterung zu thematischen Aufstellungen

Die Aufstellung, die du alleine durchführen kannst und bei der du ein Thema einbeziehst, ersetzt keine thematische Aufstellung, sondern ist etwas anderes, da du dich dabei nur selbst in verschiedenen Positionen aufstellst. Bei einer echten thematischen Aufstellung betrachtest du auch das Thema selbst. Wenn du das möchtest, benötigst du in jedem Fall eine Begleitung.

Eine kleine thematische Aufstellung mit Einfühlen habe ich an anderer Stelle erklärt, siehe den Abschnitt ‚Begleitete Aufstellungen‘. Eine größere thematische Aufstellung mit mehr Personen führe ich selbst nicht durch und wird auf dieser Website nicht erklärt. Um dir ein Bild davon zu vermitteln, falls du damit nicht vertraut bist: Bei einer thematischen Aufstellung in einer größeren Gruppe sind mehrere Personen gleichzeitig Repräsentanten. Dann kannst du beobachten, wie all diese verschiedenen Figuren, die mit deinem Thema zu tun haben, und die Darstellung des Themas selbst aufeinander einwirken und was sie tun und sagen. Das ist natürlich außerordentlich interessant.

Weitere Optionen für Dynamik, wenn du allein bist

Im Folgenden findest du weitere dynamische Bewegungen, die du einbringen kannst, wenn du allein bist und ein Thema einbeziehen möchtest. Für jede Position nimmst du ein separates Blatt Papier mit einem Pfeil darauf. Das Thema legst du separat dazu, ohne Pfeil, da du nicht darauf stehen wirst. Die Positionen spürst du nach. Eine Erklärung dazu findest du bereits in den Überschriften oben. Die unten aufgeführten dynamischen Bewegungen habe ich selbst noch nicht ausprobiert. Dynamik kann entstehen aus: Eigenschaften, Bedürfnissen, Lebenssituationen, Körperteilen, drei großen prägenden Einflüssen, Rollen, Lebensphasen, Altersstufen als Kind, Altersstufen, die du durchlaufen hast.

Eigenschaften

  • Der Macher
  • Der Denker
  • Der Betrachter

Bedürfnisse

  • Bedürfnis nach Kontakt
  • Bedürfnis nach Anerkennung/Wertschätzung
  • Bedürfnis nach Alleinsein
  • Bedürfnis nach Ausdruck
  • Bedürfnis nach Sicherheit
  • Bedürfnis nach Dynamik

Lebenssituationen

  • Wohnort
  • Arbeit (Studium) 
  • Freizeit
  • Soziale Kontakte
  • Familie

Körperteile

  • Linke Körperhälfte
  • Rechte Körperhälfte

Siehe den Fall unten.

Drei große prägende Einflüsse

  • Ausgehend von meinem Charakter (wie du durch deine Vergangenheit geprägt wurdest)
  • Ausgehend von meiner Lebensvision/Inspiration (deine Zukunft, dein Ziel, dein Ideal)
  • Ausgehend von meinem Herzen (dein Mitgefühl im Hier und Jetzt)

Rollen

  • Der Partner
  • Der Arbeitnehmer
  • Der Elternteil
  • Der Bekannte
  • Der Nachbar/Freund
  • Bei sich selbst sein

Lebensphasen

  • Baby
  • Kleinkind
  • Vorschulkind
  • Junges Kind
  • Jugendlicher
  • Junger Erwachsener
  • Erwachsener
  • Mittleres Alter
  • Älterer
  • Alter

Altersstufen als Kind 

  • Fötus
  • 0-1
  • 2-3
  • 4-5
  • 6-7
  • 8-9
  • 10-11
  • 12-13 
  • 14-15
  • 16-17

Altersstufen, die du durchlaufen hast

  • 0-7
  • 8-14
  • 15-21 
  • usw.

Innenwelt und Außenwelt

Wir blicken nach draußen (von der Innenwelt zur Außenwelt) und betrachten uns selbst als feststehend, während wir die Außenwelt als in Bewegung befindlich ansehen. Beim Lernen ist es umgekehrt: Draußen ist dein Unterricht, dein Klassenzimmer, das genau richtig und auf dich zugeschnitten ist. Die Frage ist, wie du dich darin bewegen wirst: Was wirst du daraus lernen? Wie wirst du darin wachsen? Auf welchen Unordnung stößt du, die du beseitigen musst, welche Qualitäten wirst du entwickeln und fördern? Draußen ist fest, du bist es, der sich bewegt.

Reihenfolde der Positionen auslegen

Wenn du nicht auf die Papiere schaust, spielt es keine Rolle. Wenn du doch hinschaust, ziehe ich es vor, zuerst die Positionen auszulegen und das Thema zuletzt. Achte auf jeden Fall darauf, dass das Thema feststeht und dass du es bereits auf ein Blatt Papier geschrieben hast, bevor du die Positionen auslegst.

Fall: Rechte und linke Körperhälfte

In einer Aufstellung mit den Positionen Kind, Elternteil, Erwachsener und Weiser in mir selbst kam auf der Position des Erwachsenen in mir auch das Gefühl eines Unterschieds zwischen der rechten und der linken Körperhälfte zum Vorschein. Das zeigte sich kurz. Ich war damals nicht darauf eingegangen, da ich diese Positionen nicht aufgestellt hatte. Aber dadurch hatte diese Unterscheidung zwischen der rechten und der linken Seite meines Körpers mein Interesse geweckt. Ohne mir noch viele Gedanken zu machen, beschloss ich, für das nächste Thema, das mir eingefallen war – das Thema 'Haus' – die Aufteilung in die Positionen rechts und links zu nehmen. Benötigt: Papier mit Pfeil und Stein für die rechte Körperhälfte, Papier mit Pfeil und Stein für die linke Körperhälfte, Papier mit 'Haus' darauf. Ich legte die drei Papiere hin. Es stellte sich heraus: Rechts stand mit dem Rücken zum Thema und links ebenfalls. Ich stellte mich auf die rechte Körperhälfte und hob den Stein auf. Die rechte Seite wollte nicht mitmachen. Okay. Dann frage ich auch nicht, warum nicht, denn das ist schon eine Form der Teilnahme. Ich stellte mich auf die linke Körperseite und hob den Stein auf. Auch links wollte nicht mitmachen. Also habe ich auch diesen Stein ordentlich hingelegt und nichts mehr gefragt, sondern die Steine von ihrer Aufgabe entbunden. Ende der Aufstellung. Danach habe ich die Aufstellung mit dem Thema 'Haus' mit den Positionen 'männlich' und 'weiblich' gemacht, und das lief prima.

Im Nachhinein blieb mir die Frage: Was ist mit den Positionen 'rechte Körperhälfte' und 'linke Körperhälfte'? Warum hatten sie nichts angedeutet? Warum wollten beide nicht an einer Aufstellung teilnehmen, obwohl ich diese Positionen von rechts und links in einer früheren Aufstellung, bei der Position 'Erwachsener in mir', sehr wohl gespürt hatte? Da kam mir eine Idee: Ich werde den 'Weisen in mir' fragen. Ich nahm ein Papier mit einem Pfeil und der Aufschrift 'Weise in mir', das Papier mit der rechten Körperhälfte und das Papier mit dem Haus sowie einen Stein. Ich legte die Papiere hin und dachte dabei: Oh nein, gleich steht die Weise in mir auch mit dem Rücken dazu und will nicht mitmachen. Aber zum Glück war das nicht der Fall. Die Weise lag mit ihrem Pfeil zwischen den beiden Zetteln 'rechte Körperhälfte' und 'Haus'. Die drei Zettel bildeten zusammen ein schönes Dreieck. Der Pfeil der rechten Körperhälfte zeigte nach außen, der stand wieder mit dem Rücken dazu, aber das war zu erwarten. Ich hatte die linke Körperhälfte nicht hingelegt, denn vielleicht hatte die Weise über rechts und links etwas anderes zu sagen. Links würde ich als Nächstes machen. Die Antwort der Weisen über die rechte Körperhälfte kam schnell: Die rechte Körperhälfte ist ein Verarbeitungssystem, das sich nicht mit äußeren Angelegenheiten befasst, sondern nur mit inneren Vorgängen. Etwas von außen kennt es nicht. Okay, das ist klar. Das gilt natürlich auch für die linke Körperhälfte. Dann muss ich die nicht mehr hinlegen.

Ich komme noch einmal mit Ideen, wie man die Positionen rechte Körperhälfte und linke Körperhälfte einsetzen kann. Das muss ich noch herausfinden.

copyright © Edith Bertrand 2026

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