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Was du nicht tust
Unter der Überschrift ‚Erklärung kleiner Themen Aufstellung‘ (unter ‚Begleitete Aufstellungen‘) erkläre ich, dass du Stress nicht aufstellst, sondern das Wort Thema verwendest. Ich habe kürzlich gehört, dass Menschen, die Aufstellungen begleiteten, das Ego aufstellten. Das fühlt sich für mich nicht richtig an. Nicht, dass du damit nicht eine bestimmte Energie aufstellst, die damit übereinstimmt. Das wird sicherlich der Fall sein. Wenn man Stress aufstellt, stellt man Stress auf, und wenn man das Ego aufstellt, stellt man das Ego auf. Aber meiner Meinung nach ist es nicht gut, diese aufzustellen, da es sich um Dualitätsenergien handelt. Das bedeutet, dass sie in der Dualität gefangen sind.
Ich möchte ein Beispiel nennen. Vor kurzem haben wir eine Aufstellung zu Problemen in einem Unternehmen gemacht, und der Begleiter schlug vor, auch das Unternehmen selbst aufzustellen und nicht nur Personen, die dort arbeiteten. Das Unternehmen erhielt ebenfalls einen Platz im Raum, und zwar durch ein Blatt Papier mit der Aufschrift 'Unternehmen', einem Pfeil daneben und einem Stein darauf. Als ich das Unternehmen repräsentierte, kam ein sehr traurig wirkendes kleines Unternehmen zum Vorschein, das sich beklagte: „Diese Leute sind nur mit sich selbst beschäftigt und sehen mich nicht.” Das Unternehmen fand das wirklich sehr traurig. Es weinte ein wenig beim Begleiter und kam dann zu der Erkenntnis, dass es vielleicht in Ordnung wäre, wenn es bald nicht mehr da wäre. Es war gut so. Nach einer weiteren Runde stand ich wieder auf dem Papier 'Unternehmen'. Dieses Mal kam an dieser Stelle etwas anderes zum Vorschein: Die Energie auf dem Papier war zu einer helfenden Energie geworden. Sie zeigte an, 'Unternehmensenergie' zu sein. Also nicht dieses bestimmte Unternehmen, sondern Unternehmensenergie. Das ist Energie, die hilft, wenn jemand ein Unternehmen gründet oder ein Unternehmen hat. Diese Energie zeigte an: Hier ist Platz für ein Unternehmen. Andernfalls wäre die Unternehmensenergie nicht da gewesen. Es gibt Platz für Unternehmen, machte diese Energie deutlich. Das war eine interessante und überraschende Wendung. In diesem Fall war also eine Energie aufgestellt worden, die sicherlich eine Rolle spielte und die auch Bewegung und Positivität bewirken konnte. Das ist gut. Aber wenn man eine Dualitätsenergie aufstellt, kann diese nur mehr vom Gleichen bewirken. Sie hat keine Bewegungs- oder Wachstumsmöglichkeit, weil sie Dualität ist. Wenn man Stress aufstellt, kommt man nur zu Stress. Wenn man stattdessen das Wort ‚Thema‘ aufstellt, kann man zu einer Erfahrung kommen, die wieder erlebt werden muss, oder zu einer Überzeugung in einer Person oder zu einem inneren Kind, das integriert werden möchte. Dann kann man weitermachen und es kann Wachstum oder Bewegung geben.
Bei der Dualitätserfahrung schaut man, ob Spannung dabei ist. Auf dem Ego liegt Spannung, auf Stress liegt Spannung. Auf Schmerz und Trauer muss das überhaupt nicht sein. Das sind Erfahrungen, die einfach zum Leben gehören. Depression würde ich nicht aufstellen, nur unter dem Begriff Thema, aber nicht unter dem Begriff Depression. Eine Depression geht in Richtung (Sog) Dualität. Übrigens steckt darin das Wort Druck: Pressie (Spannung). Kann etwas im positiven Lebensstrom existieren? Krieg würde ich also auch nie aufstellen, nicht mit diesem Wort. Wohl aber unter dem Begriff ‚Thema‘, wenn das in einer Aufstellung wichtig wäre. Achte darauf, dass du diesen Bewegungen nicht zu viel Energie gibst. Schau sie dir auf keinen Fall neugierig an.
Kurz gesagt: Wenn du eine Aufstellung machst, stelle keine Dualitätserfahrung auf, denn diese hat keine Bewegung in Richtung Heilung und Einheit. Achte darauf. Mit einer Aufstellung verstärkst du diese wahrscheinlich nur noch. Du willst gerade zu dem zugrunde liegenden System, das Heilung gebrauchen kann. Wähle einen Begriff oder ein Wort, das dafür Raum gibt. 'Unternehmen' ist ein neutraler Begriff. Er birgt auch positive Möglichkeiten. Das Wort Thema ist neutral und kann eine helfende Energie beinhalten.
Wenn du beim Einfühlen oder Repräsentieren auf Personen oder Dinge stößt, die nicht positiv eingestellt sind, sondern deutlich machen, dass sie die Sache ein wenig sabotieren, dann gehst du nicht zu sehr darauf ein, sondern verabschiedest dich schnell wieder höflich.
Bei Vorfahren ist das eine andere Geschichte, denn sie kommen gerade zum Vorschein, um geheilt zu werden. Ihnen gibst du dafür den nötigen Raum. Dieser Vorgang wird spirituell begleitet. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass du anzeigst, dass du liebevolle, beruhigende Energie sendest, und schaust, ob die Energie dafür offen ist. Sei aber ganz ehrlich, wenn du beobachtest, ob sie diese wirklich annimmt oder nur ein Spielchen spielt, um deine Aufmerksamkeit zu bekommen. Dann wird sie sich lieb verhalten. Du kannst dich also auch davon lösen. Das ist sicherer.
Als allgemeine Regel gilt, dass du keine negativen Energien aufstellst, sondern nur positive oder neutrale, und dass du dich schnell wieder von einer negativen Person verabschiedest, es sei denn, sie kommt, um geheilt zu werden, wie es in einem spirituellen Kontext geschehen kann. Das machst du nicht selbst, sondern überlässt es den Geistführern, zu entscheiden und zu regeln.
Eine Zwischenlösung bei Elemente mit Dualität
Eine gute Zwischenlösung kann darin bestehen, Elemente mit einer starken Dualität separat zu platzieren, ohne sie jedoch in die Aufstellung einzubeziehen. Dazu ist kein Pfeil auf dem Papier erforderlich. So kann man sehen, wie sich die anderen Elemente und Positionen dazu verhalten. Auf diese Weise erhält es einen Platz in der Aufstellung, aber nicht zu viel Aufmerksamkeit. Dann kannst du zwar ein Blatt Papier mit beispielsweise den Worten ‚Krieg‘, ‚Stress‘, ‚Depression‘ oder einem beliebigen anderen Thema in die Aufstellung legen, aber die Energie wird weder eingefühlt noch repräsentiert.
