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Erklärung zur kleinen Themen Austellung
Angenommen, du hast ein Thema, zum Beispiel Stress. Natürlich schauen wir zuerst, ob es sich um eine bestimmte Situation handelt, aber es kann sich auch um etwas Allgemeines handeln. Das wird dann als Thema aufgestellt. Auf das Papier schreibst du: Thema. Du schreibst nicht auf das Papier: Stress. Stress selbst kann bedeuten, dass du nicht über die Dualitätserfahrung hinauskommst. Stress selbst ist da. Du kannst spüren, wie er sich anfühlt. Er kann ein Unbehagen sein oder sich logisch anfühlen. Aber an sich ist er kein bewegliches System. Wenn du ihn als Thema bezeichnest, ist das weiter gefasst. Dann kann etwas zum Vorschein kommen, das geholfen werden kann und will. Es kann sein, dass die Verwendung eines Dualitätswortes in einer Aufstellung kein Problem darstellt und sich von selbst löst, aber das ist nicht sicher. Man kann auch darin stecken bleiben. Deshalb ist es sicherer, ein allgemeines Wort zu verwenden. Dann kann etwas, das gesehen und geheilt werden will, an der Stelle des Themas zum Vorschein kommen. Aber letztendlich geschieht, was geschehen kann. Nicht jedes Problem ist bereit, gelöst zu werden. (Siehe auch die Überschrift ‚Was du nicht tust‘ unter ‚Aufstellungen im Allgemeinen‘.)
Außerdem werden auch ‚ich‘, das bist du selbst, und dein inneres Kind aufgestellt. Dann werde ich dich bitten, drei Blätter Papier zu nehmen und auf eines ‚Thema‘, auf ein anderes ‚ich‘ und auf das dritte ‚inneres Kind‘ zu schreiben. Und ich werde dich bitten, auf alle drei sofort auch einen Pfeil zu zeichnen, einen beliebigen Pfeil. Dann bitte ich dich, die drei Blätter auf den Boden zu legen, ohne darüber nachzudenken.
Danach bitte ich dich, dich auf das Blatt Papier 'Ich' zu stellen, mit dem Gesicht in Richtung des Pfeils. Dann darfst du langsam und in aller Ruhe erzählen, was du erlebst und fühlst, was dir in den Sinn kommt (was du natürlich sagen möchtest). Das braucht Zeit. Das machst du ruhig und sorgfältig. Du prüfst, was du körperlich und innerlich wahrnimmst.
Anschließend sind auch Fragen wichtig wie: In welche Richtung schaust du? Siehst du das Papier mit dem inneren Kind? Siehst du das Papier mit dem Thema darauf? Liegen sie weit von dir entfernt? Oder ganz nah? Alles spielt eine Rolle.
Wenn das ausreichend ausgearbeitet ist und du das Gefühl hast, dass keine neuen Dinge mehr auftauchen, schlage ich vor, dass du dich auf das Papier mit deinem Thema stellst und dasselbe tust. Oder vielleicht frage ich dich, was du jetzt tun möchtest. Vielleicht möchtest du noch gar nicht auf dem Thema stehen und gehst lieber zu deinem inneren Kind. Vielleicht hast du selbst zu einem bestimmten Zeitpunkt gespürt, wohin du gehen möchtest, und hast diese Initiative bereits ergriffen. Es gilt immer: Du stehst mit deinem Gesicht in die Richtung, in die der Pfeil zeigt. Du nimmst dir Zeit und gehst langsam durch, was du erlebst und was dir in den Sinn kommt. Und so geht es weiter. Hin und her von einem Blatt zum anderen, wieder zurück, weiter zum dritten Blatt... Und überall nimmst du dir Zeit, um wirklich zu fühlen und dabei inne zu halten. So entfaltet sich etwas. Aus diesen Bewegungen heraus geschieht alles Mögliche.
Wenn du irgendwann das Bedürfnis verspürst, auf einem Blatt Papier in eine andere Richtung zu schauen, drehst du das Blatt mit dem Pfeil in diese Richtung und schaust von dort aus weiter. Ich bin da, um dir Fragen zu stellen, Vorschläge zu machen, aber vor allem, damit du selbst viel erleben kannst.
Ich frage auch gerne: Wie alt bist du? Dann sagst du, was dir in den Sinn kommt. Wenn du ein Kindes- oder Jugendalter angibst, bitte ich dich, ein Blatt Papier mit deiner Mutter und ein Blatt Papier mit deinem Vater hinzuzufügen, ebenfalls mit einem Pfeil, und diese ebenfalls zufällig irgendwo auf den Boden zu legen. Wenn einer von beiden (oder beide) ganz fehlt (fehlen), kannst du eventuell ein Blatt Papier mit dem eines anderen Erziehers hinzufügen. Der Einfachheit halber werde ich hier weiterhin von Vater und Mutter sprechen. Du entscheidest, auf welchem Zettel du zuerst stehen möchtest: dem deines Vaters oder dem deiner Mutter, aber du gehst beide durch. Und auch von dort wieder zurück zum Ich, zum Thema, zum inneren Kind. Wenn du einmal innehalten möchtest, gehst du zu dem Zettel mit dem Ich darauf.
Auf diese Weise entfalten sich Muster und werden zugrunde liegende Energien sichtbar. Das funktioniert. Das sind Aufstellungen.
Nirgendwo muss die Frage gestellt werden, warum du etwas fühlst oder erlebst. Nirgendwo muss die Frage gestellt werden, mehr darüber zu erzählen. Es müssen keine Geschichten erzählt werden. Es geht um die Erfahrungen im Hier und Jetzt der Aufstellung. Dazu können auch Beschreibungen von Ereignissen gehören, wenn dir das in den Sinn kommt und du darüber erzählen möchtest.
Ich selbst verwende in einer solchen Situation gerne Steine. Dann lege ich auf jedes Blatt Papier einen Stein und nehme diesen Stein in die Hand, wenn ich hineinfühle. Das ist aber keineswegs notwendig.
Ich hoffe, ich konnte dir so einen Eindruck davon vermitteln, wie ich arbeite und was du bei einer kleinen Aufstellung erwarten kannst.
An der Form der Aufstellungen können natürlich jederzeit Änderungen vorgenommen werden, denn alles ist möglich, und manchmal ist die Dreiteilung in Thema, Ich und inneres Kind nicht die geeignete Aufstellungsform.
